Archiv der Kategorie: Gehört

44 | Plattenschrank

Zugegeben, mein Plattenschrank ist kein solcher, geradezu frevelhaft lagern die alten Scheiben in der Abgeschiedenheit eines tristen Kellerraumes, und das seit mein letzter Plattenspieler vor gefühlten 15 Jahren seinen Dienst versagte. Kürzlich aber, bei einer Aufräumaktion, die nicht unbedingt von der besten Laune begleitet wurde, hielt ich eine ganze Reihe von musikalischen Schätzen in den Händen. Die Stimmungslage drehte sich beim Blick auf die diversen Cover innerhalb von wenigen Minuten völlig, leider blieb mein spontaner Wunsch nach einer Hörprobe unerfüllt. Aber auch ohne passendes Abspielgerät bahnten sich viele Stücke aus der Erinnerung ihren Weg, wurden sowohl erhört als auch gehört.

Einige Alben, die mir besonders am Herzen liegen, möchte ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen:

Astral Weeks von Van Morrison
Tommy von The Who
London Calling von The Clash
Unknown Pleasures von Joy Division
Dummy von Portishead
Transformer von Lou Reed
Sgt Peppers`s Lonley Hearts Club Band von den Beatles
Nevermind von Nirvana
The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars von David Bowie
Hot Rats von Frank Zappa
The Queen Is Dead von The Smiths
Pink Moon von Nick Drake
Harvest von Neil Young
Animal von Pink Floyd
The Silent Corner And The Empty Stage von Peter Hammill

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Tomasz Stanko Quintet “Dark Eyes”

Die Dämmerung begegnet meinem Blick mit leiser Melancholie, charmant-zarter Rauheit, oder doch mit einer im Halbdunkel verborgenen lyrischen Stimmung? Ich kann es nicht klar beantworten, wahrscheinlich ist es eine Fusion all dieser Eindrücke, die sich eventuell ein Album wie “Dark Eyes” von Tomasz Stanko als musikalische Begleitung wünschen würde.

Der geniale polnische Trompeter macht sich zusammen mit dem Pianisten Alexi Tuomarila, Schlagzeuger Olavi Louhivuori, Bassist Anders Christensen und Jakob Bro an der Gitarre auf eine Reise die ihn, immer gebettet auf einer harmonischen Grundstimmung mit getragenen Melodiebögen, innerhalb einer zuweil düsteren Atmosphäre genug Raum für reduzierte Impovisationen lässt.

Neben den Kompositionen Stankos findet man auch zwei Stücke von Krzysztof Komeda, mit dem Tomasz Stanko bereits in den 60er Jahren zusammen spielte.

Mir gefällt dieser sparsam und sehr konzentriert vorgetragene Klangkosmos, das ökonomische Ensemblespiel mit seinen finnischen und dänischen Musikern, bei dem man nie das Gefühl hat, als sei etwas innerhalb dieser spannenden Musik an den falschen Ort geraten.

Für die Ohren ein Glücksgefühl!