214 | Neujahrstag

Sie kommen. Langsam. Behutsam.
In der Tat tun sie sich bei den meisten ihrer geistigen Schöpfer noch schwer, zu sehr sind diese damit beschäftigt, sich ihren Weg durch die diffusen Relikte einer durch Alkohol ausgelösten, selbst zugefügten Sedierung zu bahnen.

Trotzdem. Sie kommen.

Entstanden während der letzten Nacht bei vielen, vielen Menschen aus einer seltsamen Melange aus Retrospektive und Vision, angereichert mit ein wenig Melancholie, einer ordentlichen
Dosis Euphorie und noch mehr Ethanol.
Lallend wurden sie in die Runde geworfen und vehement verteidigt.

Die guten Vorsätze.

Die Etiketten, die sie tragen, sind allgegenwärtig und beliebig. Austauschbar, in der Regel ohne Substanz und von geringer Haltbarkeit. Sie nennen sich „Mit dem Rauchen aufhören“, „Weniger Alkohol“, „Mehr Zeit für die Familie“, „Abnehmen und gesünder essen“, und lagen da nicht auch noch irgendwo Sportklamotten rum? Die Liste der Oberflächlichkeiten ließe sich beliebig fortsetzen und ist so wenig wert wie das imaginäre Blatt Papier worauf sie geschrieben wurden.

Also: Weg damit!

Manch einer sollte es dann doch erst mal mit Authentizität, Integrität und ein wenig Bescheidenheit versuchen. Eventuell auch mit der Idee, dass man Empathie und Verantwortung auch selbst leben kann.

neujahrstag

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6 Gedanken zu „214 | Neujahrstag

  1. Charlotte

    «Manch einer sollte es dann doch erst mal mit Authentizität, Integrität und ein wenig Bescheidenheit versuchen. Eventuell auch mit der Idee, dass man Empathie und Verantwortung auch selbst leben kann.»
    Meine ganz ehrliche Meinung zu diesem Beitrag: der hat mit der (u.A.) empfohlenen Bescheidenheit und Empathie wenig zu tun. Auf mich wirkt er nicht nur zynisch, sondern auch ziemlich arrogant.
    Trotzdem: einen guten Start ins 2014! 🙂

    Antwort
  2. spoxx

    Für mich sind Gute Vorsätze zum Neuen Jahr völlig sinnlos. Ich kenne mich. Ich halte sie doch nicht ein.
    Darum mache ich mir für`s Neue Jahr „Schlechte Vorsätze“, wie zum Beispiel: „mehr saufen!“.
    Diese Methode hat den Vorteil, dass sie eine „win-win-Situation“ herstellet: Denn wenn ich nun im Neuen Jahr tatsächlich „mehr saufen“ sollte, könnte ich sagen: „Ich habe meinen Vorsatz gehalten!“ – Und wenn ich ihn wie üblich nicht halte, so ist das wenigstens gut für mich, meine Gesundheit und die allgemeine Moral!

    😉

    GUTES NEUES JAHR!

    Antwort
  3. lichtbildwerkerin

    Hallo Walter,

    zu den „manchen“ zähle ich mich nicht, aber ich gestehe, dass ich Abschluss und Neubeginn mag. Auch gern als zeitlichen Marker ;-). Heute ist der 3. Nichtrauch-Tag :-D, ich hoffe, es werden dieses Jahr 365 :-).
    Dir ein gutes Jahr 2014!

    LG,

    Conny

    Antwort

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